Wenn der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung herausgibt, ist das kein Wetter-Smalltalk, sondern eine Gesundheitswarnung. Doch was steckt hinter den Stufen, ab wann wird überhaupt gewarnt, und wie solltest du reagieren? Hier kommt die Einordnung.
Wann der DWD vor Hitze warnt
Der Deutsche Wetterdienst betreibt ein Hitzewarnsystem, das sich nicht allein an der Lufttemperatur orientiert, sondern an der gefühlten Temperatur. Diese berücksichtigt auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung – deshalb kann sich derselbe Thermometerwert völlig unterschiedlich anfühlen. Zusätzlich fließt ein, ob sich die Wohnungen nachts noch abkühlen können.
| Warnstufe | Auslöser (vereinfacht) | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Starke Wärmebelastung | gefühlte Temperatur ab ca. 32 °C | erhöhte Belastung, vor allem für Risikogruppen |
| Extreme Wärmebelastung | gefühlte Temperatur ab ca. 38 °C | ernsthafte Gesundheitsgefahr für alle |
Ein wichtiger Faktor ist die Tropennacht: Bleibt die Temperatur nachts über 20 Grad, kann sich der Körper nicht erholen. Mehrere heiße Tage in Folge sind deshalb gefährlicher als ein einzelner Hitzetag.
Wer besonders gefährdet ist
- Ältere Menschen: Das Durstgefühl lässt nach, die Temperaturregulierung funktioniert langsamer. Was Angehörige tun können, steht unter Hitzeschutz für Senioren.
- Säuglinge und Kleinkinder: Sie überhitzen deutlich schneller als Erwachsene.
- Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronisch Kranke.
- Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.
- Wer draußen körperlich arbeitet oder Sport treibt.
Die wichtigsten Verhaltensregeln
- Trinken, bevor der Durst kommt: über den Tag verteilt, lauwarm bis leicht gekühlt. Ideen für erfrischende, zuckerarme Getränke gibt es unter Sommergetränke selbst machen.
- Mittagshitze meiden: Zwischen 11 und 17 Uhr möglichst drinnen bleiben.
- Wohnung kühl halten: Tagsüber abdunkeln, nachts und früh morgens lüften. Alle Tricks unter Wohnung kühl halten ohne Klimaanlage.
- Anstrengung reduzieren: Sport in die Randzeiten legen – wie das geht, steht im Ratgeber Training bei Hitze.
- Leichte Kost: Obst, Gemüse, wasserreiche Lebensmittel statt schwerer Mahlzeiten.
- Niemals Kinder oder Tiere im Auto lassen: Der Innenraum heizt sich in Minuten lebensgefährlich auf.
- Nach Nachbarn schauen: Vor allem nach alleinlebenden älteren Menschen.
Warnzeichen erkennen
Achte auf Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, sehr dunklen Urin oder plötzlich trockene Haut. Das können Anzeichen von Hitzeerschöpfung oder eines Hitzschlags sein – ein medizinischer Notfall. Was dann zu tun ist, erklären wir ausführlich unter Sonnenstich und Hitzschlag erkennen. Im Zweifel: 112.
Wo du die aktuellen Warnungen findest
Der DWD veröffentlicht Hitzewarnungen auf seiner Website und in der Warnwetter-App. Auch die Warn-App NINA des Bundes gibt sie aus. Viele Kommunen informieren zusätzlich über ihre Kanäle.
Hitze und Waldbrandgefahr hängen zusammen
Anhaltende Hitze und Trockenheit lassen parallel die Waldbrandgefahr steigen. Welche Warnstufen dort gelten und welche drastischen Bußgelder drohen, liest du unter Waldbrandgefahr: Warnstufen und Verbote.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wie viel Grad gibt der DWD eine Hitzewarnung heraus?
Maßgeblich ist die gefühlte Temperatur: Ab etwa 32 Grad wird vor starker, ab rund 38 Grad vor extremer Wärmebelastung gewarnt.
Was ist eine Tropennacht?
Eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Der Körper kann sich dann kaum erholen – deshalb sind mehrere Hitzetage in Folge besonders belastend.
Was ist der Unterschied zwischen gefühlter und gemessener Temperatur?
Die gefühlte Temperatur berücksichtigt zusätzlich Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung. Bei hoher Luftfeuchte fühlt sich dieselbe Temperatur deutlich heißer an, weil Schweiß schlechter verdunstet.
Wo sehe ich aktuelle Hitzewarnungen?
Auf der DWD-Website, in der Warnwetter-App des DWD und in der Warn-App NINA.
Hinweis: allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Maßgeblich sind die aktuellen Meldungen des DWD.

