Anhaltende Trockenheit und Hitze lassen die Waldbrandgefahr in Deutschland aktuell stark ansteigen – vielerorts gilt bereits eine hohe Warnstufe. Rund 90 Prozent aller Waldbrände sind menschengemacht. Wer die Regeln missachtet, riskiert Bußgelder bis in den sechsstelligen Bereich und sogar eine Haftstrafe. Hier erfährst du, was gilt.
Die Waldbrandwarnstufen 1 bis 5
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht täglich den Waldbrandgefahrenindex. Er ist seit 2013 bundesweit einheitlich und reicht von Stufe 1 (sehr gering) bis Stufe 5 (sehr hoch). Berechnet wird er aus Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlag der letzten 24 Stunden sowie der Beschaffenheit von Wald und Waldboden.
| Stufe | Bedeutung | Was gilt |
|---|---|---|
| 1 | sehr gering | Wald frei betretbar, Sorgfalt dennoch nötig |
| 2 | gering | Zündquellen vermeiden |
| 3 | mittel | erhöhte Aufmerksamkeit, teils Grillverbote möglich |
| 4 | hoch | öffentliche Grillplätze am Wald oft gesperrt, Betretungsverbote möglich |
| 5 | sehr hoch | Sperrungen, Grillverbote, weitere Anordnungen |
Wichtig: Die Skala ist einheitlich, aber jedes Bundesland und jede Region legt selbst fest, welche konkreten Regeln bei welcher Stufe gelten. Maßgeblich sind immer die Anordnungen der örtlichen Behörden und die Beschilderung vor Ort. Die tagesaktuelle Lage findest du beim DWD.
Feuer im Wald ist immer verboten – nicht erst ab einer Warnstufe
Ein weit verbreiteter und gefährlicher Irrtum: Viele glauben, Feuermachen sei erst ab einer bestimmten Stufe untersagt. Tatsächlich ist offenes Feuer im Wald und in Naturschutzgebieten grundsätzlich verboten – ganzjährig und unabhängig von der Warnstufe. Das gilt für Lagerfeuer, Grills und sogar Campingkocher. In vielen Landeswaldgesetzen erstreckt sich das Verbot auf einen Abstand von weniger als 100 Metern zum Waldrand. Nur an offiziell ausgewiesenen und gekennzeichneten Stellen darf gegrillt werden – und diese Ausnahmen erlöschen bei hoher Gefahrenstufe sofort.
Rauchverbot im Wald
Bundesweit gilt in Wäldern von März bis Oktober ein absolutes Rauchverbot. In mehreren Bundesländern – darunter Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – sind die Wälder sogar ganzjährig rauchfreie Zone. Eine glimmende Kippe genügt, um trockenes Gras zu entzünden.
Bußgelder: bis zu 100.000 Euro
Die Höhe der Bußgelder legen die Bundesländer fest – und sie sind drastisch:
- Brandenburg: bis zu 100.000 Euro beim Grillen im Wald
- Mecklenburg-Vorpommern: bis zu 75.000 Euro
- Schleswig-Holstein und Berlin: bis zu 50.000 Euro für Rauchen im Wald
- Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt: bis zu 25.000 Euro
Bei hoher Gefahrenlage schöpfen die Behörden den Rahmen erfahrungsgemäß im oberen Bereich aus.
Wenn es brennt: Straftat und Privathaftung
Entsteht durch das Feuer ein echter Waldbrand, greift das Strafgesetzbuch. Nach § 306f StGB (Herbeiführen einer Brandgefahr) droht bei Fahrlässigkeit eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe, bei Vorsatz bis zu drei Jahre Haft. Zusätzlich haftet der Verursacher mit seinem Privatvermögen für die Kosten des Feuerwehreinsatzes – und die können enorm sein.
So verhältst du dich richtig
- Kein offenes Feuer, kein Grill, keine Kerzen oder Fackeln im Wald oder in Waldnähe.
- Nicht rauchen und niemals Zigaretten aus dem Auto werfen.
- Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras parken – heiße Katalysatoren können zünden.
- Waldzufahrten und Rettungswege freihalten.
- Bei Rauch oder Feuer sofort die 112 wählen.
Zu Hause im eigenen Garten gelten andere Regeln – aber auch dort kann die Kommune bei Dürre Grillverbote aussprechen. Was rechtlich beim Grillen im Garten erlaubt ist, haben wir separat zusammengefasst. Wie du bei der aktuellen Hitze außerdem deine Gesundheit schützt, liest du unter Sonnenstich und Hitzschlag erkennen. Wie du Hitzewarnungen richtig deutest, erklären wir unter Hitzewarnungen des DWD verstehen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab welcher Waldbrandstufe ist Grillen verboten?
Offenes Feuer ist im Wald ohnehin immer verboten. Ausnahmen für offizielle Grillplätze entfallen in der Regel ab Stufe 4. Bei hohen Stufen können auch Grillplätze außerhalb des Waldes und sogar in Privatgärten gesperrt bzw. untersagt werden.
Wie hoch ist das Bußgeld bei Feuer im Wald?
Je nach Bundesland bis zu 100.000 Euro (Brandenburg) oder 75.000 Euro (Mecklenburg-Vorpommern). Bei einem tatsächlichen Brand drohen zusätzlich Strafverfahren und Haftung für die Einsatzkosten.
Wo sehe ich die aktuelle Waldbrandgefahr?
Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht den tagesaktuellen Waldbrandgefahrenindex auf seiner Website. Entscheidend bleiben aber immer die örtlichen Anordnungen.
Darf man im Wald rauchen?
Nein. Bundesweit gilt von März bis Oktober ein Rauchverbot, in acht Bundesländern sogar ganzjährig.
Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die aktuellen Anordnungen der örtlichen Behörden.

