Camping boomt – und Deutschland hat über 3.000 Campingplätze von der Küste bis zu den Alpen. Aber was kostet eine Nacht wirklich, wo darf das Wohnmobil stehen und warum ist Wildcampen eine teure Idee? Dieser Guide klärt Preise, Regeln und die häufigsten Irrtümer.
Was Camping 2026 kostet
Die Preise variieren stark nach Region, Saison und Ausstattung. Als Orientierung für eine Nacht in der Hochsaison:
| Position | Typische Kosten pro Nacht |
|---|---|
| Stellplatz (Zelt/Wohnwagen) | ca. 12–30 € |
| Erwachsener | ca. 6–12 € |
| Kind | ca. 3–7 € |
| Strom | ca. 3–6 € (oder nach kWh) |
| Hund | ca. 3–6 € |
| Kurtaxe/Person | ca. 1–4 € |
| Familie (2+2), gesamt | ca. 40–70 € |
An Nord- und Ostsee sowie in den Alpen liegen die Preise in der Hochsaison am oberen Ende. Reine Wohnmobil-Stellplätze (ohne Campingplatz-Infrastruktur) sind mit etwa 10 bis 20 Euro deutlich günstiger.
Wildcampen: in Deutschland grundsätzlich verboten
Der Traum vom freien Übernachten in der Natur bleibt in Deutschland genau das – ein Traum. Wildcampen ist in praktisch allen Bundesländern verboten. Das gilt für Zelte ebenso wie fürs Übernachten im Wohnmobil abseits ausgewiesener Plätze. Verboten ist es insbesondere in Wäldern, Naturschutzgebieten und Nationalparks. Die Bußgelder legen die Länder fest und reichen je nach Ort und Schwere von einigen Dutzend bis zu mehreren Hundert Euro – in Schutzgebieten deutlich mehr.
Die eine Ausnahme: Das einmalige Übernachten im Fahrzeug zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist auf öffentlichen Parkplätzen meist für eine Nacht geduldet – sofern kein Verbotsschild dagegensteht. Aber: Das ist ausdrücklich kein Campen. Tisch und Stühle rausstellen, Markise ausfahren oder grillen macht daraus Camping – und damit einen Verstoß.
Feuer und Grillen: besondere Vorsicht im Sommer
Offenes Feuer ist im Wald und in Waldnähe grundsätzlich verboten – auch Campingkocher fallen darunter. Bei hoher Waldbrandgefahr können zusätzlich Grillverbote gelten, selbst auf sonst erlaubten Plätzen. Die aktuellen Regeln und die drastischen Bußgelder haben wir unter Waldbrandgefahr: Warnstufen und Bußgelder zusammengefasst.
Die wichtigsten Regeln auf dem Campingplatz
- Nachtruhe: meist 22 bis 7 Uhr – dann auch keine Autofahrten auf dem Platz.
- Mittagsruhe: auf vielen Plätzen 13 bis 15 Uhr.
- Abstände: aus Brandschutzgründen vorgeschrieben, meist rund 3 Meter.
- Abwasser: nur an den dafür vorgesehenen Entsorgungsstationen.
- Hunde: in der Regel an der Leine.
Camping mit dem Wohnmobil: was du wissen musst
Achte auf das zulässige Gesamtgewicht – überladene Wohnmobile sind ein häufiger Grund für Bußgelder. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gilt außerhalb geschlossener Ortschaften Tempo 80. Auf Stellplätzen gelten oft Zeitlimits (meist 24 bis 72 Stunden). Und: Gasflaschen müssen während der Fahrt geschlossen sein.
Beliebte Camping-Regionen
- Ostseeküste: Plätze direkt hinter dem Deich, ideal für Familien – mehr dazu im Ostsee-Guide.
- Nordsee: Weite, Wind und Wattenmeer, siehe Nordsee-Guide.
- Bayerische Seen und Alpen: Chiemsee, Königssee, Allgäu – landschaftlich top, in der Hochsaison teuer.
- Mecklenburgische Seenplatte: ideal für Wassersportler.
- Mosel und Rhein: Weinregionen mit vielen kleinen Plätzen.
Spartipps
- Nebensaison nutzen: Anfang Juni oder September ist es günstiger und leerer.
- Campingcards und Rabattkarten prüfen.
- Stellplätze statt Campingplätze, wenn du wenig Infrastruktur brauchst.
- Frühzeitig buchen – beliebte Plätze an der Küste sind in den Ferien voll.
Wann die Straßen zur Küste besonders voll sind, zeigt unser Ratgeber zum Ferienstau 2026.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Wildcampen in Deutschland erlaubt?
Nein, es ist praktisch flächendeckend verboten – besonders in Wäldern, Naturschutzgebieten und Nationalparks. Es drohen Bußgelder, in Schutzgebieten empfindlich hohe.
Darf ich im Wohnmobil auf einem Parkplatz übernachten?
Eine Nacht zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist meist geduldet, sofern kein Verbotsschild gilt. Sobald du campingtypisches Verhalten zeigst (Stühle, Markise, Grill), ist es ein Verstoß.
Was kostet Camping in Deutschland pro Nacht?
Eine Familie mit zwei Kindern zahlt in der Hochsaison grob 40 bis 70 Euro pro Nacht inklusive Stellplatz, Personen und Strom.
Darf man auf dem Campingplatz grillen?
Meist ja, aber die Platzordnung entscheidet. Bei hoher Waldbrandgefahr können Grillverbote gelten – vor Ort informieren.
Stand: Juli 2026. Regeln und Bußgelder variieren je Bundesland und Kommune. Angaben ohne Gewähr.

