Wer in Deutschland seine alte Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen möchte, sollte die aktuellen Förderbedingungen genau prüfen. Denn ab dem 1. Februar 2027 wird die KfW-Heizungsförderung schrittweise reduziert. Besonders betroffen sind der Klimageschwindigkeitsbonus und die maximal förderfähigen Investitionskosten. Dadurch können Hauseigentümer beim gleichen Heizungstausch künftig mehr als 1.400 Euro weniger Zuschuss erhalten. Wir erklären, wie hoch die Förderung 2026 ausfällt, welche Änderungen 2027 kommen und wann sich ein frühzeitiger Antrag finanziell lohnen kann.
- Wie hoch ist die KfW-Heizungsförderung 2026?
- Was ändert sich bei der Heizungsförderung ab Februar 2027?
- Wie viel Förderung verlieren Eigentümer, wenn sie warten?
- Wer bekommt 2026 besonders hohe Zuschüsse?
- Welche Heizungen werden von der KfW gefördert?
- Wann sollte man den KfW-Antrag stellen?
- Lohnt es sich, eine neue Wärmepumpe erst 2027 einzubauen?
- Was gilt durch das Gebäudemodernisierungsgesetz 2026?
- Welche weiteren Kürzungen sind bis 2028 geplant?
Wie hoch ist die KfW-Heizungsförderung 2026?
Die staatliche Heizungsförderung wird über das KfW-Programm 458 abgewickelt und unterstützt den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderbedingungen, die insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen stärker berücksichtigen. Die Grundförderung beträgt weiterhin 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Zusätzlich können selbstnutzende Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen einen Klimageschwindigkeitsbonus und einen Einkommensbonus erhalten. Insgesamt sind derzeit Zuschüsse von bis zu 80 Prozent möglich, wobei für die meisten Antragsteller eine Fördergrenze von 70 Prozent gilt.
Was ändert sich bei der Heizungsförderung ab Februar 2027?
Die Bundesregierung hat beschlossen, mehrere Förderbestandteile schrittweise zu reduzieren. Zum 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 auf 12 Prozent. Gleichzeitig reduziert sich der maximale förderfähige Betrag für die erste Wohneinheit von 28.000 auf 27.250 Euro. Bereits zum 1. August 2027 folgt eine weitere Kürzung. Die Grundförderung bleibt nach den derzeit veröffentlichten Regeln zunächst bei 30 Prozent.
| Förderregelung | Bis 31.01.2027 | Ab 01.02.2027 |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | 30 % |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | 12 % |
| Förderfähige Kosten, erste Wohneinheit | 28.000 € | 27.250 € |
| Einkommensbonus | Bis 40 % | Bis 40 % |
| Allgemeine Förderobergrenze | 70 % | 70 % |
| Erhöhte Förderobergrenze bei geringem Einkommen | 80 % | 80 % |
Wie viel Förderung verlieren Eigentümer, wenn sie warten?
Wie stark sich die Änderungen auswirken, zeigt ein Beispiel mit einer neuen Wärmepumpe. Angenommen, der Austausch einer alten Gasheizung kostet 30.000 Euro und die Voraussetzungen für den Klimageschwindigkeitsbonus sind erfüllt. Ohne Einkommensbonus ergibt sich bis Ende Januar 2027 eine Förderung von 46 Prozent auf maximal 28.000 Euro. Das entspricht einem Zuschuss von 12.880 Euro. Bei einem Antrag ab Februar 2027 sinkt die Förderung im gleichen Beispiel auf 11.445 Euro.
Wer den Antrag noch vor dem 1. Februar 2027 stellt, kann in diesem Beispiel 1.435 Euro mehr staatliche Unterstützung erhalten.
Wer bekommt 2026 besonders hohe Zuschüsse?
Die Höhe der KfW-Förderung hängt unter anderem vom Haushaltseinkommen und der bisherigen Heizungsanlage ab. Für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro beträgt der Einkommensbonus 40 Prozent. Bei Einkommen bis 40.000 Euro sind es 30 Prozent und bis 50.000 Euro noch 10 Prozent. Familien profitieren zusätzlich von einem Freibetrag von 10.000 Euro für die Prüfung des Einkommensbonus. Dadurch können insbesondere Haushalte mit geringeren Einkünften höhere Fördersätze erreichen.
Welche Heizungen werden von der KfW gefördert?
Nicht jede neue Heizungsanlage erfüllt automatisch die Fördervoraussetzungen. Unterstützt werden insbesondere klimafreundliche Systeme, die den technischen Mindestanforderungen entsprechen. Dazu gehören verschiedene Wärmepumpen, bestimmte Biomasseheizungen und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz. Auch zusätzliche Komponenten können unter bestimmten Voraussetzungen förderfähig sein. Eine neue konventionelle Gasheizung erhält dagegen nicht allein deshalb einen Zuschuss, weil sie effizienter als die bisherige Anlage ist.
Gefördert werden unter anderem folgende Maßnahmen:
- Einbau einer geeigneten Luft-Wasser-, Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
- Installation einer förderfähigen Biomasseheizung.
- Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz.
- Bestimmte Heizsysteme mit solarthermischer Unterstützung.
- Förderfähige notwendige Umfeldmaßnahmen beim Heizungstausch.
Wann sollte man den KfW-Antrag stellen?
Für die Höhe der Förderung ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Antragstellung entscheidend. Eigentümer müssen ihre neue Heizung deshalb nicht zwingend vor Februar 2027 einbauen lassen, um die bisherigen Fördersätze zu erhalten. Allerdings muss der Antrag vollständig und fristgerecht eingereicht werden. Vorher sind unter anderem ein geeigneter Liefer- und Leistungsvertrag sowie die Bestätigung zum Antrag erforderlich. Besonders wichtig ist eine vertragliche Förderbedingung, damit der Vertrag bei einer Ablehnung entsprechend den KfW-Vorgaben behandelt werden kann.
Die vollständigen Voraussetzungen und aktuellen Fördersätze stehen auf der offiziellen Seite der KfW-Heizungsförderung für Privatpersonen. Dort können Hauseigentümer auch prüfen, welche Nachweise erforderlich sind. Nach einer Förderzusage bleibt grundsätzlich ein festgelegter Zeitraum für die Durchführung und den Nachweis der Maßnahme. Ein vorzeitiger Beginn ohne Beachtung der Förderregeln kann den Zuschuss gefährden. Deshalb sollte die Antragstellung sorgfältig vorbereitet werden.
Lohnt es sich, eine neue Wärmepumpe erst 2027 einzubauen?
Ein späterer Einbau kann sinnvoll sein, wenn die bestehende Heizung zuverlässig funktioniert oder noch wichtige Planungsschritte fehlen. Beispielsweise sollten Eigentümer zunächst prüfen, ob die vorhandenen Heizkörper und die Gebäudehülle für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb geeignet sind. Auch unterschiedliche Angebote von Fachbetrieben können die Gesamtkosten erheblich beeinflussen. Wer hingegen bereits eine geeignete Anlage ausgewählt hat und die Voraussetzungen erfüllt, kann durch einen Antrag vor Februar 2027 höhere Förderbeträge sichern. Entscheidend ist nicht nur der Zuschuss, sondern die gesamte Wirtschaftlichkeit der Heizungsmodernisierung.
Was gilt durch das Gebäudemodernisierungsgesetz 2026?
Seit dem 29. Juli 2026 gelten in Deutschland neue gesetzliche Regeln für den Heizungseinbau. Die bisherige allgemeine Vorgabe, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, wurde durch das Gebäudemodernisierungsgesetz aufgehoben. Eigentümer können dadurch grundsätzlich wieder freier zwischen unterschiedlichen Heiztechnologien wählen. Allerdings bedeutet die größere Wahlfreiheit nicht, dass sämtliche Heizungen staatlich gefördert werden. Die KfW unterstützt weiterhin nur Maßnahmen, die die jeweiligen Förderbedingungen erfüllen.
Welche weiteren Kürzungen sind bis 2028 geplant?
Nach der ersten Anpassung im Februar 2027 sollen die Fördersätze weiter sinken. Der Klimageschwindigkeitsbonus reduziert sich halbjährlich um vier Prozentpunkte und entfällt für neue Anträge ab August 2028 vollständig. Parallel dazu sinkt der maximal förderfähige Kostenbetrag für die erste Wohneinheit jeweils zum 1. Februar und 1. August um weitere 750 Euro. Wer seinen Heizungstausch langfristig plant, sollte diese Veränderungen in die Finanzierung einbeziehen. Allerdings bleiben zukünftige Förderprogramme grundsätzlich von den jeweils geltenden Haushaltsmitteln und politischen Entscheidungen abhängig.

