Noch ist Sommer – doch die Impfstoffe für die kommende Grippesaison sind längst bestellt. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich rechtzeitig informieren, statt zu warten, bis die Welle rollt. Wer eine Grippeimpfung 2026 braucht, wann der beste Zeitpunkt ist und wer zahlt, steht hier im Überblick. (Kein medizinischer Rat – die Entscheidung triffst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.)
Für wen die STIKO die Impfung empfiehlt
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung insbesondere für:
- Menschen ab 60 Jahren
- Schwangere ab dem zweiten Trimester (ab der 14. Schwangerschaftswoche), bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung auch früher
- Menschen mit chronischen Grundkrankheiten – etwa Asthma, COPD, chronischer Bronchitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, Leber- oder Nierenerkrankungen, MS oder HIV
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- Medizinisches und pflegerisches Personal
- Personen mit engem Kontakt zu Risikogruppen, um diese indirekt zu schützen
Wichtig zur Einordnung: Dass die STIKO die Impfung nur für bestimmte Gruppen ausdrücklich empfiehlt, bedeutet nicht, dass sie anderen davon abrät. Wer sich außerhalb dieser Gruppen impfen lassen möchte, sollte mit der Krankenkasse klären, ob die Kosten übernommen werden.
Der beste Zeitpunkt
Klassischerweise wird die Impfung in den Monaten Oktober und November empfohlen. Der Grund: Der Impfschutz baut sich innerhalb von etwa zehn bis vierzehn Tagen auf und hält einige Monate – so ist man rechtzeitig zur typischen Grippewelle im Winter geschützt. Wer den Termin verpasst hat, kann sich auch später noch impfen lassen, solange die Welle läuft. Zu früh (etwa im August) ist dagegen nicht ideal, weil der Schutz zum Höhepunkt der Saison bereits nachlassen könnte.
Welcher Impfstoff für wen?
Hier hat sich in den letzten Jahren etwas geändert. Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO seit der Saison 2025/26 entweder einen Hochdosis-Impfstoff oder einen MF59-adjuvantierten Impfstoff – beide werden als gleichwertig eingestuft. Hintergrund ist, dass die Immunantwort mit zunehmendem Alter nachlässt und diese weiterentwickelten Impfstoffe hier besser wirken als Standardimpfstoffe.
Für Personen unter 60 Jahren stehen verschiedene normaldosierte Impfstoffe zur Verfügung, darunter auch zellbasierte und hühnereiweißfreie Varianten – letztere sind bei einer Hühnereiweißallergie relevant.
Was kostet die Grippeimpfung?
Für alle, die zu den von der STIKO empfohlenen Gruppen gehören, ist die Impfung eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen – für dich also kostenfrei. Auch viele Kassen übernehmen die Kosten darüber hinaus als Satzungs- oder Mehrleistung für Versicherte unter 60, teils per Erstattung. Frag am besten direkt bei deiner Kasse nach. Privatversicherte sollten ihren Tarif prüfen. Zur Einordnung der Größenordnung: Die Impfstoffkosten pro Dosis liegen je nach Präparat grob zwischen etwa 14 und 26 Euro.
Wo man sich impfen lassen kann
Neben der Hausarztpraxis und dem Betriebsarzt bieten inzwischen auch viele Apotheken die Grippeimpfung für Erwachsene an. Viele Arbeitgeber organisieren zudem Impfaktionen im Betrieb, um Ausfälle zu reduzieren.
Warum sich die Impfquote lohnt
Die Impfbereitschaft ist in Deutschland zuletzt eher gesunken – bei Auswertungen einzelner Krankenkassen lag sie zeitweise nur im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, selbst bei den über 60-Jährigen deutlich unter einem Drittel. Dabei ist gerade diese Gruppe am stärksten gefährdet, schwer zu erkranken.
Was du sonst für deine Abwehr tun kannst
Die Impfung ist ein Baustein, die Basics bleiben wichtig: Bewegung, Schlaf, Ernährung, Händewaschen und regelmäßiges Lüften. Was davon wirklich wirkt, steht im Ratgeber Immunsystem stärken. Ältere Menschen und Angehörige finden zusätzliche Hinweise unter Gesundheitsschutz für Senioren.
Häufige Fragen (FAQ)
Wer sollte sich 2026 gegen Grippe impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt es vor allem für Menschen ab 60, Schwangere ab dem zweiten Trimester, Personen mit chronischen Grundkrankheiten, Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal und enge Kontaktpersonen von Risikogruppen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?
Im Oktober oder November. Der Schutz baut sich in etwa zehn bis vierzehn Tagen auf und hält über die typische Grippewelle im Winter.
Welcher Impfstoff wird ab 60 Jahren empfohlen?
Ein Hochdosis- oder ein MF59-adjuvantierter Impfstoff. Die STIKO bewertet beide als gleichwertig.
Wer zahlt die Grippeimpfung?
Für die von der STIKO empfohlenen Gruppen ist sie eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Viele Kassen übernehmen die Kosten auch darüber hinaus – am besten direkt nachfragen.
Stand: Juli 2026. Allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Maßgeblich sind die aktuellen STIKO-Empfehlungen und das Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

