Eine der wichtigsten Rheinquerungen im Bonner Raum ist ab sofort für den gesamten Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) wird ab dem 3. Juni 2026 um 15 Uhr vorsorglich voll für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Der Grund: Aktuelle Brückenprüfungen haben strukturelle Schäden festgestellt, die sofortiges Handeln erfordern.
Warum wurde die Brücke vollgesperrt?
Aktuelle Brückenprüfungen haben strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erfordern. Die bereits umgesetzten Maßnahmen — darunter ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie technische Kontrollen (WIM-Anlagen) — haben nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern.
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH, kommentierte die Entscheidung unmissverständlich: „Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar. Wir handeln auf der Basis unserer aktuellen gutachterlichen Prüfergebnisse.“
Welche Streckenabschnitte sind betroffen?
Die Sperrung betrifft nicht nur das Bauwerk selbst, sondern die folgenden Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost:
In Fahrtrichtung Koblenz:
- Sperrung zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord — es sind keine Überfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter kommend auf die A565 nach Koblenz möglich.
- Die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg sind ebenfalls gesperrt.
In Fahrtrichtung Siegburg:
- Sperrung zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel — im Kreuz Bonn-Nord sind sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt, die Anschlussstelle Bonn-Auerberg ebenfalls.
- In der Anschlussstelle Bonn-Beuel sind Auffahrten auf die A565 nach Siegburg weiterhin möglich.
Eine Brücke am Limit: Vorgeschichte der Sperrung
Die Rheinbrücke Bonn-Nord wurde im Jahr 1967 gebaut. Sie besteht aus der linksrheinischen Vorlandbrücke (ca. 660 m), der Strombrücke (ca. 520 m) und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke (ca. 110 m). Es fahren täglich über 100.000 Fahrzeuge über die Brücke.
Da die Rheinbrücke Bonn-Nord ursprünglich für eine geringere Verkehrsbelastung geplant worden ist und altersbedingt einen entsprechenden Bauwerkszustand aufweist, wird die Brücke den gestiegenen Anforderungen durch den heutigen und zukünftigen Verkehr, insbesondere durch LKW, nicht mehr gerecht.
Die Vorgeschichte der Vollsperrung ist lang: Bereits seit Herbst 2025 war die Brücke wegen Schäden an Entwässerung und Überbau eingeschränkt. Am 9. Februar 2026 trat ein Fahrverbot für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen in Kraft. Diese Maßnahme reichte jedoch nicht aus — die Schäden schritten weiter voran.
Ausnahmen von der Sperrung
Ausgenommen von der Sperrung sind Einsatzfahrten von sicherheitsrelevanten Behörden und Organisationen wie Rettungsdiensten, Feuerwehr und Betriebsdienst sowie des Katastrophenschutzes. Alle anderen Kraftfahrzeuge dürfen die Brücke nicht mehr benutzen.
Wie lange dauert die Sperrung?
Einen konkreten Zeitplan für die Wiedereröffnung gibt es derzeit nicht. Parallel zur Sperrung läuft die Planung des Ersatzneubaus der Rheinbrücke Bonn-Nord. Ein Neubau wird jedoch Jahre in Anspruch nehmen — Verkehrsteilnehmer müssen sich auf eine langfristige Umleitung einstellen.
Was bedeutet das für den Verkehr in Bonn?
Die Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke trifft eine der am stärksten belasteten Rheinquerungen der gesamten Region. Der Anteil des Schwerverkehrs auf der Brücke lag bisher bei rund 5 Prozent — das entspricht täglich tausenden Lkw-Fahrten, die nun umgeleitet werden müssen.
Autofahrerinnen und Autofahrer in Bonn und Umgebung sollten ab sofort deutlich mehr Reisezeit einplanen und alternative Routen über andere Rheinbrücken nutzen — etwa über die Südbrücke (A562) oder die Kennedy-Brücke im Stadtgebiet. Aktuelle Verkehrsinformationen stellt die Autobahn GmbH des Bundes unter autobahn.de bereit.
Banksy enttarnt: Was sind seine Werke nach der Enthüllung noch wert?

