Der märchenhafte Pariser Sommer von Maja Chwalińska geht weiter. Die 24-jährige Polin, die das Turnier als Qualifikantin begann, besiegte Anna Kalinska mit 7:6(3), 6:3 und zog damit ins Halbfinale von Roland Garros 2026 ein. Ein Ergebnis, das die Tenniswelt in Staunen versetzt.
Von der Qualifikation bis in die Runde der letzten Vier
Was Chwalińska bei diesem Grand Slam geleistet hat, grenzt ans Unglaubliche. Die Polin musste zunächst die Qualifikation überstehen — und tat dies souverän. Im Hauptfeld ließ sie dann Schlag auf Schlag folgen: Qinwen Zheng, Elise Mertens, María Sakkari und Diane Parry — allesamt namhafte Gegnerinnen — schickte sie nach Hause.
Besonders beeindruckend war ihr Viertelfinalsieg gegen Parry auf dem Philippe-Chatrier-Court, dem Herzstück von Roland Garros. Chwalińska gewann dieses Prestigeduell mit 6:3, 6:2 — klar, konzentriert, ohne Nervenflattern vor der lautstarken Pariser Kulisse.
Dramatisches Halbfinale gegen Kalinska — Tiebreak entscheidet
Das Viertelfinale gegen die an Nummer 22 gesetzte Russin Anna Kalinska entwickelte sich zu einem taktischen Zweikampf mit nervenaufreibendem Verlauf. Chwalińska startete stark, führte im ersten Satz bereits 5:1 — doch Kalinska kämpfte sich zurück und erzwang einen Tiebreak.
Entscheidend war der Seitenwechsel im Tiebreak: Auf einmal hatte Chwalińska den Rückenwind — buchstäblich und im übertragenen Sinne. Sie dominierte die langen Ballwechsel physisch, erzwang Fehler der Russin und holte den ersten Satz mit 7:6(3).
Im zweiten Durchgang zerfiel Kaliskas Spiel zusehends. Die Russin diskutierte lautstark mit ihrem Trainerteam, machte immer mehr erzwungene Fehler und wirkte mental zunehmend resigniert. Chwalińska nutzte das gnadenlos aus: 6:3 und Einzug ins Halbfinale.
Wer wartet im Halbfinale?
Im Halbfinale trifft Maja Chwalińska auf die Siegerin des Duells zwischen Diana Shnaider und Aryna Sabalenka — zwei der derzeit stärksten Spielerinnen der Welt. Sabalenka ist die aktuelle Nummer eins der WTA-Weltrangliste, Shnaider eine der aufregendsten jungen Talente auf der Tour.
Für Chwalińska wäre es ein weiteres Duell als klare Außenseiterin — aber genau diese Rolle hat sie bei diesem Turnier meisterhaft ausgespielt.
Wer ist Maja Chwalińska?
Maja Chwalińska wurde am 27. Oktober 2001 in Danzig geboren und ist 24 Jahre alt. Sie trainiert seit Jahren in der Tennisakademie und ist für ihren aggressiven Grundlinien-Stil bekannt, der besonders auf Sand seine volle Wirkung entfaltet.
Vor diesem Turnier war Chwalińska international kaum ein Begriff. Mit ihrem Lauf bei den French Open 2026 hat sie sich jedoch schlagartig ins Bewusstsein der Tenniswelt gespielt — und dürfte nach diesem Turnier deutlich höher in der Weltrangliste stehen als zuvor.
Ergebnis im Überblick
Roland Garros 2026, Paris — Viertelfinale Damen (3. Juni 2026):
Maja Chwalińska (Polen) — Anna Kalinska (22, Russland) 7:6(3), 6:3
Weg ins Halbfinale:
- 1. Runde: Sieg gegen Qinwen Zheng
- 2. Runde: Sieg gegen Elise Mertens
- 3. Runde: Sieg gegen María Sakkari
- 4. Runde: Sieg gegen Diane Parry 6:3, 6:2
- Viertelfinale: Sieg gegen Anna Kalinska 7:6(3), 6:3
Eine Sensation mit Ansage
Im modernen Tennis gelten Qualifikantinnen im Halbfinale eines Grand Slams als absolute Ausnahmeerscheinungen. Chwalińska hat nicht nur gewonnen — sie hat überzeugt: mit Mentalstärke, taktischer Reife und einer Körpersprache, die nichts von Ehrfurcht vor großen Namen verrät.
Paris hat eine neue Heldin. Und die heißt Maja Chwalińska.

