Im Sommer denkt niemand ans Heizen – und genau das ist der Fehler. Wer jetzt, außerhalb der Heizsaison, den Gasanbieter wechseln will, hat die Ruhe für einen sauberen Vergleich und geht dem Winter mit einem günstigen Tarif entgegen. Wie das funktioniert und worauf es 2026 ankommt, erklären wir hier.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Ein Anbieterwechsel im Sommer hat einen praktischen Vorteil: Der Verbrauch ist niedrig, der Kopf frei, und du gerätst nicht mitten in der kalten Jahreszeit unter Zeitdruck. Kommt im Herbst eine Preiserhöhung deines Versorgers, bist du bereits gut aufgestellt. Anfang 2026 lag der Gaspreis für Neukunden bei rund 9,6 Cent pro Kilowattstunde – wer in einem teuren Alt- oder Grundversorgungstarif steckt, zahlt oft deutlich mehr.
Wie stark schwanken die Gaspreise?
Gas ist stärker von weltpolitischen Ereignissen abhängig als Strom. Nach dem Einbruch infolge des Ukrainekriegs hatten sich die Preise zwischenzeitlich beruhigt, reagieren aber weiterhin empfindlich auf internationale Krisen und die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG). Für dich heißt das: Preisgarantien sind bei Gas besonders wertvoll, weil sie dich gegen kurzfristige Ausschläge absichern.
So wechselst du den Gasanbieter
- Jahresverbrauch heraussuchen: steht in kWh auf der letzten Gasabrechnung.
- Vergleichsportal nutzen: PLZ und Verbrauch eingeben.
- Tarife filtern: lange Preisgarantie, kurze Laufzeit, monatliche Abschläge, keine Vorauskasse.
- Abschließen: Der neue Anbieter kümmert sich in der Regel um die Kündigung beim alten.
- Bestätigung abwarten: Die Gasversorgung läuft dank Ersatzversorgung ohne Unterbrechung weiter.
Worauf du beim Gastarif achten solltest
- Preisgarantie: Bei Gas besonders wichtig – idealerweise 12 bis 24 Monate. Prüfe, ob sie auch Steuern und Umlagen einschließt.
- Vertragslaufzeit: maximal 12 Monate.
- Keine Vorauskasse: Monatliche Abschläge schützen dein Geld bei einer Anbieter-Insolvenz.
- Bonus realistisch rechnen: Neukundenboni schönen das erste Jahr – schau auf den Grundpreis danach.
- Kündigungsfrist im Blick: damit du nach dem ersten Jahr flexibel bleibst.
CO2-Preis: Gas wird tendenziell teurer
Ein wichtiger Punkt für die Zukunft: Als fossiler Brennstoff unterliegt Erdgas der CO2-Bepreisung, die in den kommenden Jahren weiter steigt. Das bedeutet, dass Gasheizen tendenziell teurer wird – ein Grund mehr, beim Tarif zu sparen und den Verbrauch zu senken.
Verbrauch senken lohnt doppelt
Der günstigste Tarif wirkt am besten zusammen mit niedrigem Verbrauch. Vor der Heizsaison lohnt es sich, die Heizung vorzubereiten und zu entlüften – wie das geht, steht unter Heizung entlüften und auf den Winter vorbereiten. Auch die Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung solltest du prüfen; bei fehlerhafter Abrechnung darfst du unter Umständen kürzen – Details unter Nebenkostenabrechnung prüfen.
Strom nicht vergessen
Wenn du schon beim Vergleichen bist: Auch beim Strom lässt sich viel sparen. Die komplette Anleitung mit aktuellen Preisen steht unter Stromanbieter wechseln 2026. Am besten prüfst du beide Verträge einmal im Jahr gemeinsam.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann sollte man den Gasanbieter wechseln?
Am besten im Sommer außerhalb der Heizsaison – dann hast du Ruhe für den Vergleich und gehst mit einem günstigen Tarif in den Winter.
Geht beim Wechsel die Gasversorgung aus?
Nein. Wie beim Strom sichert die gesetzliche Ersatzversorgung die lückenlose Versorgung. Es ändert sich nur die Abrechnung.
Worauf muss ich beim Gastarif besonders achten?
Auf eine lange Preisgarantie inklusive Steuern und Umlagen, kurze Laufzeit, monatliche Abschläge ohne Vorauskasse und einen realistisch bewerteten Bonus.
Wird Gas in Zukunft teurer?
Tendenziell ja, weil die CO2-Bepreisung auf fossile Brennstoffe weiter steigt. Umso wichtiger sind ein günstiger Tarif und ein niedriger Verbrauch.
Stand: Juli 2026. Preisangaben sind Durchschnittswerte ohne Gewähr. Keine Anlage- oder Rechtsberatung.

