Wer seinen Stromanbieter noch nie gewechselt hat, verschenkt fast sicher Geld – oft mehrere Hundert Euro im Jahr. Denn zwischen dem, was Bestandskunden zahlen, und dem, was Neukunden bekommen, klafft eine große Lücke. Wer 2026 den Stromanbieter wechseln will, findet hier die komplette Anleitung, aktuelle Preise und die wichtigsten Fallstricke.
- Warum sich der Wechsel 2026 besonders lohnt
- Was du vor dem Wechsel brauchst
- So wechselst du den Stromanbieter – Schritt für Schritt
- Worauf du bei der Tarifwahl achten solltest
- Ökostrom: oft ohne Aufpreis
- Wie oft sollte man wechseln?
- Strom sparen bringt zusätzlich Geld
- Nicht vergessen: die Nebenkosten
- Häufige Fragen (FAQ)
Warum sich der Wechsel 2026 besonders lohnt
Die Strompreise sind zuletzt gesunken – aber vor allem für Neukunden. Wer einfach im alten Vertrag bleibt, profitiert davon kaum. Die Zahlen sprechen für sich: Im Juli 2026 zahlen Bestandskunden im Schnitt rund 31 Cent pro Kilowattstunde, während Neukunden für etwa 24 Cent pro kWh abschließen. Für eine Familie mit 4.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das eine mögliche Ersparnis von grob 250 bis 270 Euro pro Jahr – nur durch einen Wechsel. Am teuersten fährt fast immer, wer in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers hängt.
| Kundengruppe | Preis pro kWh (Juli 2026, ca.) |
|---|---|
| Neukunden (Neuabschluss) | ca. 24 Cent |
| Bestandskunden | ca. 31 Cent |
| Grundversorgung | meist am höchsten |
Richtwerte, gewichtete Durchschnitte. Dein konkreter Preis hängt von Region, Verbrauch und Tarif ab.
Was du vor dem Wechsel brauchst
Der Wechsel ist unkompliziert. Halte drei Dinge bereit:
- Deinen Jahresverbrauch in kWh – steht auf der letzten Jahresabrechnung.
- Deine Postleitzahl – die Preise sind regional unterschiedlich.
- Deine Zählernummer – brauchst du erst beim Abschluss.
So wechselst du den Stromanbieter – Schritt für Schritt
- Verbrauch ermitteln: Jahresabrechnung heraussuchen (kWh-Wert).
- Vergleichsportal nutzen: PLZ und Verbrauch eingeben, Tarife vergleichen.
- Filter sinnvoll setzen: lange Preisgarantie, kurze Vertragslaufzeit, monatliche Zahlweise, keine Vorauskasse (dazu unten mehr).
- Tarif abschließen: Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die komplette Kündigung beim alten Versorger.
- Bestätigung abwarten: Du bekommst die Wechselbestätigung mit Starttermin.
Wichtig: Die Stromversorgung reißt beim Wechsel nie ab – dafür sorgt die gesetzliche Ersatzversorgung. Es fließt physisch derselbe Strom, es ändert sich nur, wer ihn abrechnet.
Worauf du bei der Tarifwahl achten solltest
- Preisgarantie: Eine längere Preisgarantie (idealerweise 12–24 Monate) schützt vor Erhöhungen. Reine „Energiepreisgarantien“ klammern aber oft Steuern und Umlagen aus – aufs Kleingedruckte achten.
- Vertragslaufzeit: maximal 12 Monate, damit du flexibel bleibst.
- Kündigungsfrist: kurz, danach monatlich kündbar.
- Keine Vorauskasse und keine Kaution: Bei Anbietern, die im Voraus kassieren, ist bei einer Insolvenz das Geld weg. Monatliche Abschläge sind sicherer.
- Boni realistisch bewerten: Ein hoher Neukundenbonus im ersten Jahr kann täuschen – rechne auch den Preis im Folgejahr.
Ökostrom: oft ohne Aufpreis
Echter Ökostrom ist längst kein Luxus mehr und häufig sogar günstiger als konventionelle Tarife. Achte auf anerkannte Zertifikate (etwa „Grüner Strom“ oder „ok-power“), wenn dir echte Zusätzlichkeit wichtig ist – also dass dein Geld tatsächlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördert.
Wie oft sollte man wechseln?
Einmal im Jahr vergleichen ist die goldene Regel. Viele Tarife werden nach dem ersten Jahr teurer (der Bonus fällt weg), deshalb lohnt sich der regelmäßige Check. Wer jedes Jahr wechselt oder zumindest verhandelt, bleibt dauerhaft im günstigen Bereich.
Strom sparen bringt zusätzlich Geld
Der beste Tarif hilft wenig, wenn der Verbrauch aus dem Ruder läuft. Große Hebel sind Kühl- und Gefriergeräte, alte Elektrogeräte und im Sommer die Kühlung. Wie teuer das Kühlen wirklich ist, zeigt unser Stromkosten-Vergleich von Ventilator und Klimaanlage. Und wer clever automatisiert, spart nochmal – siehe Energie sparen mit dem Smart Home.
Nicht vergessen: die Nebenkosten
Als Mieter zahlst du Strom meist direkt, aber viele andere Energieposten laufen über die Nebenkostenabrechnung. Diese lohnt sich zu prüfen – über die Hälfte enthält Fehler. Wie das geht, steht unter Nebenkostenabrechnung prüfen. Wer mit Gas heizt, sollte parallel den Gasanbieter wechseln und vergleichen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel kann man beim Stromanbieter-Wechsel 2026 sparen?
Bestandskunden zahlen im Schnitt rund 31 Cent pro kWh, Neukunden etwa 24 Cent. Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch sind das grob 250 bis 270 Euro Ersparnis pro Jahr.
Geht beim Wechsel der Strom aus?
Nein. Die Versorgung ist durch die gesetzliche Ersatzversorgung jederzeit gesichert. Es ändert sich nur, wer den Strom abrechnet.
Worauf sollte ich bei einem Stromtarif achten?
Auf eine lange Preisgarantie, kurze Laufzeit, monatliche Zahlweise ohne Vorauskasse und einen realistisch bewerteten Bonus. Vorauskasse und Kaution besser meiden.
Wie oft sollte man den Stromanbieter wechseln?
Einmal im Jahr vergleichen. Viele Tarife werden nach dem ersten Jahr teurer, deshalb lohnt der regelmäßige Check.
Stand: Juli 2026. Preisangaben sind Durchschnittswerte und ohne Gewähr. Keine Anlage- oder Rechtsberatung.

