Die Heizkosten explodieren, und trotzdem ist es nicht richtig warm – oder es bildet sich Schimmel in der Ecke. Meist liegt es nicht an der Heizung, sondern am Verhalten. Richtig heizen und lüften spart bares Geld und schützt die Wohnung. Mit ein paar einfachen Regeln kommst du warm und trocken durch den Winter. Hier die wichtigsten Punkte.
Die optimale Raumtemperatur
Nicht jeder Raum braucht dieselbe Wärme. Als Orientierung haben sich diese Werte bewährt:
| Raum | Empfohlene Temperatur |
|---|---|
| Wohnzimmer | ca. 20–22 °C |
| Küche | ca. 18–20 °C |
| Schlafzimmer | ca. 16–18 °C |
| Bad | ca. 22–24 °C |
| Flur | ca. 15–18 °C |
Der wichtigste Spartipp steckt in einer einfachen Faustregel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund sechs Prozent Heizenergie. Wer das Wohnzimmer von 23 auf 21 Grad senkt, spart also spürbar – ohne wirklich zu frieren.
Die Thermostat-Zahlen verstehen
Ein verbreiteter Irrtum: Viele drehen das Thermostat voll auf, um schneller warm zu werden. Das bringt aber nichts – die Zahl am Thermostat steht nicht für die Heizgeschwindigkeit, sondern für die Zieltemperatur. Die gängigen Stufen bedeuten grob: Stufe 2 ≈ 16 °C, Stufe 3 ≈ 20 °C, Stufe 4 ≈ 24 °C. Der Raum wird auf Stufe 5 nicht schneller warm, sondern nur wärmer als nötig – und das kostet.
Stoßlüften statt Kippen
Beim Lüften machen die meisten den entscheidenden Fehler: Sie kippen das Fenster stundenlang. Das ist die schlechteste Variante – der Raum kühlt kaum merklich aus, aber die Wände um das Fenster herum kühlen stark ab (Schimmelgefahr), und es geht viel Energie verloren. Richtig ist Stoßlüften:
- Fenster ganz öffnen statt kippen.
- 5 bis 10 Minuten im Winter, im Sommer länger.
- Querlüften: gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen – der Durchzug tauscht die Luft in wenigen Minuten komplett.
- Mehrmals täglich: morgens, abends und nach dem Duschen oder Kochen.
- Heizung währenddessen runterdrehen, damit sie nicht gegen das offene Fenster anheizt.
Der Vorteil: Beim Stoßlüften wird die feuchte Raumluft schnell gegen trockene Außenluft getauscht, während Wände und Möbel warm bleiben. Das spart Energie und beugt Schimmel vor.
Warum das gegen Schimmel schützt
Schimmel entsteht, wenn feuchte Luft an kalten Flächen kondensiert. Beim Duschen, Kochen und selbst beim Atmen entsteht viel Feuchtigkeit, die raus muss. Wer regelmäßig stoßlüftet, führt sie ab, bevor sie sich an den Wänden niederschlägt. Wie du bereits vorhandenen Schimmel entfernst und dauerhaft vermeidest, steht im Ratgeber Schimmel in der Wohnung. Hilfreich ist ein Hygrometer: Bleibt die Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent, steigt das Risiko.
Weitere Spartipps
- Heizkörper freihalten: Möbel oder Vorhänge davor blockieren die Wärme.
- Nachts absenken: Die Temperatur nachts und bei Abwesenheit etwas zu senken spart Energie – aber nicht komplett auskühlen lassen, das kostet beim Wiederaufheizen mehr.
- Rollläden und Vorhänge nachts schließen: Sie halten die Wärme im Raum.
- Türen zu: Unterschiedlich warme Räume nicht miteinander verbinden.
- Heizung entlüften: Luft im Heizkörper kostet Leistung – Anleitung unter Heizung entlüften.
- Fenster abdichten: Zugige Fenster treiben die Kosten – siehe Fenster abdichten.
Auch der Tarif zählt
Richtiges Heizen senkt den Verbrauch – der zweite Hebel ist der Preis. Wer mit Gas heizt, sollte den Tarif prüfen (Gasanbieter wechseln), und auch beim Stromanbieter lässt sich sparen. Und als Mieter lohnt sich der Blick in die Nebenkostenabrechnung.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie heizt man am günstigsten?
Indem man jeden Raum nur so warm hält wie nötig – jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Energie –, Heizkörper freihält, nachts absenkt und richtig stoßlüftet statt Fenster zu kippen.
Ist Stoßlüften oder gekipptes Fenster besser?
Stoßlüften. Das gekippte Fenster tauscht die Luft kaum aus, kühlt aber die Wände aus und verschwendet Energie. Fenster ganz öffnen, 5 bis 10 Minuten, am besten querlüften.
Wird der Raum schneller warm, wenn ich das Thermostat voll aufdrehe?
Nein. Die Thermostatzahl steht für die Zieltemperatur, nicht die Geschwindigkeit. Voll aufdrehen macht den Raum nur wärmer als nötig und kostet mehr.
Wie vermeide ich Schimmel im Winter?
Durch regelmäßiges Stoßlüften, ausreichendes Heizen aller Räume und indem du Feuchtigkeit nach dem Duschen und Kochen sofort abführst. Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchte unter 60 Prozent zu halten.
Hinweis: allgemeine Informationen ohne Gewähr. Bei baulich bedingten Feuchteproblemen den Vermieter oder einen Fachbetrieb hinzuziehen.

