Zweimal im Jahr steht er an – und jedes Mal die gleiche Frage: Werkstatt oder selbst machen? Wer die Reifenwechsel-Kosten kennt und weiß, worauf es technisch ankommt, trifft die richtige Entscheidung. Und wer früh einen Termin macht, spart sich das Warten, wenn der erste Schnee alle gleichzeitig in die Werkstatt treibt.
Was der Wechsel in der Werkstatt kostet
Die Preise unterscheiden sich je nach Betrieb und Region. Als Orientierung:
| Leistung | Typische Kosten |
|---|---|
| Räder wechseln (komplette Räder auf Felge) | ca. 25–60 € |
| Reifen auf Felge ummontieren (inkl. Wuchten) | ca. 60–120 € |
| Einlagerung pro Saison | ca. 30–80 € |
| Neue RDKS-Sensoren (falls nötig) | ca. 40–90 € pro Stück |
Richtwerte; freie Werkstätten sind meist günstiger als Vertragswerkstätten.
Kompletträder oder einzelne Reifen?
Der größte Kostenhebel: Wer einen zweiten Satz Felgen besitzt, muss nur die kompletten Räder tauschen – das ist schnell und günstig. Wer nur einen Felgensatz hat, muss die Reifen jedes Mal ab- und aufziehen und neu wuchten lassen, was deutlich teurer ist. Ein zweiter Felgensatz kostet einmalig, rechnet sich über die Jahre aber oft.
Selbst wechseln: das brauchst du
Wer Kompletträder hat, kann den Wechsel selbst erledigen. Notwendig sind:
- Wagenheber (idealerweise ein stabiler Rangierwagenheber, nicht nur der Bordwagenheber)
- Unterstellböcke zur Sicherung
- Drehmomentschlüssel – kein optionales Zubehör, sondern Pflicht
- Radkreuz, ggf. Felgenschloss-Adapter
- Reifendruckmesser
Das Drehmoment ist entscheidend
Der häufigste und gefährlichste Fehler beim Selbstwechsel: Radschrauben nach Gefühl anziehen. Zu locker – das Rad kann sich lösen. Zu fest – Gewinde und Bolzen können beschädigt werden oder reißen. Das korrekte Anzugsdrehmoment steht in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs und liegt je nach Modell meist im Bereich von etwa 90 bis 140 Nm. Ziehe die Schrauben immer über Kreuz an, nicht der Reihe nach.
Und ganz wichtig: Nach etwa 50 bis 100 Kilometern die Radschrauben nachziehen – das empfehlen praktisch alle Hersteller.
Was du beim Wechsel gleich mitprüfen solltest
- Profiltiefe: gesetzlich mindestens 1,6 mm, bei Winterreifen sind mindestens 4 mm empfohlen.
- Reifenalter: Die DOT-Nummer auf der Flanke verrät Woche und Jahr der Herstellung. Nach etwa sechs Jahren sollten Reifen ersetzt werden.
- Alpine-Symbol: Ohne Schneeflockensymbol sind Winterreifen nicht mehr zulässig – Details unter Winterreifenpflicht 2026.
- Schäden: Risse, Beulen oder eingefahrene Fremdkörper prüfen.
- Reifendruck: nach dem Wechsel unbedingt korrigieren – der richtige Wert steht meist im Tankdeckel oder Türholm.
- Laufrichtung: Bei laufrichtungsgebundenen Reifen auf den Pfeil achten.
Reifen richtig lagern
Wer selbst einlagert, sollte ein paar Regeln beachten: kühl, trocken und dunkel lagern, fern von Lösungsmitteln und Ozonquellen (etwa Elektromotoren). Kompletträder werden liegend gestapelt oder hängend aufbewahrt, einzelne Reifen ohne Felge dagegen stehend – und alle paar Wochen etwas gedreht.
Wann du den Termin machen solltest
Der Klassiker: Beim ersten Schneefall wollen alle gleichzeitig in die Werkstatt, und man wartet Wochen. Wer clever ist, vereinbart den Termin schon im September oder frühen Oktober. Das kostet nichts extra und erspart Stress. Ob sich für dich Ganzjahresreifen lohnen und du den Wechsel ganz einsparen kannst, klärt der Ratgeber Ganzjahresreifen im Vergleich.
Weitere Pflichttermine rund ums Auto: TÜV und Hauptuntersuchung sowie Kfz-Steuer 2026.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet ein Reifenwechsel in der Werkstatt?
Der Wechsel kompletter Räder kostet meist 25 bis 60 Euro. Müssen Reifen auf die Felge ummontiert und gewuchtet werden, sind es eher 60 bis 120 Euro. Einlagerung kostet zusätzlich 30 bis 80 Euro pro Saison.
Kann man Reifen selbst wechseln?
Ja, wenn du Kompletträder hast und über Wagenheber, Unterstellböcke und vor allem einen Drehmomentschlüssel verfügst. Das korrekte Drehmoment steht in der Betriebsanleitung.
Muss man Radschrauben nachziehen?
Ja, nach etwa 50 bis 100 Kilometern. Das empfehlen praktisch alle Fahrzeughersteller.
Wann sollte man den Reifenwechsel-Termin machen?
Am besten im September oder frühen Oktober. Beim ersten Schneefall sind die Werkstätten überlaufen.
Stand: Juli 2026. Preisangaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Für dein Fahrzeug gelten die Angaben der Betriebsanleitung.

