Die Ostsee lockt mit Dorsch, Hering und Hecht – doch einfach die Angel auswerfen darf man nicht. Wer 2026 an der deutschen Ostseeküste angeln will, braucht je nach Bundesland die richtigen Papiere und muss Schonzeiten beachten. Dieser Ratgeber erklärt, welchen Schein du wirklich brauchst, was er kostet und worauf Einsteiger achten sollten.
Braucht man einen Angelschein an der Ostsee?
Grundsätzlich gilt: Zum Angeln brauchst du in der Regel zwei Dinge – einen Fischereischein (den Nachweis einer bestandenen Fischerprüfung) und eine Angelerlaubnis für das jeweilige Gewässer. An der Küste der beiden Anrainer-Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gibt es jedoch Besonderheiten, die das Angeln auch für Urlauber ohne klassische Fischerprüfung möglich machen.
Der Touristenfischereischein
Beide Küstenländer bieten einen Touristenfischereischein an. Damit dürfen auch Personen ohne abgelegte Fischerprüfung zeitlich befristet angeln. In Mecklenburg-Vorpommern gilt er beispielsweise für 28 Tage und ist verlängerbar, in Schleswig-Holstein wird er ebenfalls befristet ausgegeben. Die Gebühr liegt grob im Bereich von rund 10 bis 25 Euro je nach Land und Gültigkeitsdauer; hinzu kommt für die Ostsee meist eine separate Angelabgabe/Erlaubnis. Prüfe die genauen aktuellen Konditionen vor der Reise auf den offiziellen Landesseiten, da sich Gebühren ändern können.
Schonzeiten und Mindestmaße
Damit sich die Bestände erholen können, gelten Schonzeiten und Mindestmaße. Diese Werte sind Orientierung – die jeweils aktuell gültigen Vorgaben stehen in den Küstenfischereiverordnungen der Länder:
| Fischart | Mindestmaß (Richtwert) | Hinweis |
|---|---|---|
| Dorsch | ca. 38 cm | strenge Fangbeschränkungen, siehe unten |
| Hering | kein festes Mindestmaß | regionale Beschränkungen möglich |
| Hecht | ca. 50 cm | Schonzeit meist im Frühjahr |
| Meerforelle | ca. 40 cm | Schonzeit im Herbst/Winter (Laichzeit) |
Aktuelle Fangbeschränkungen beim Dorsch
Der Dorschbestand in der Ostsee ist stark unter Druck, deshalb gelten seit Jahren strenge EU-Fangbeschränkungen für die Freizeitfischerei – teils mit sehr niedrigen Tagesfanggrenzen oder zeitweisen Fangverboten in bestimmten Gebieten. Diese Regeln werden jährlich angepasst. Informiere dich vor dem Angeln 2026 unbedingt über die dann gültigen Grenzen, um kein Bußgeld zu riskieren.
Beste Angelplätze und Methoden
- Brandungsangeln vom Strand – klassisch in den Abendstunden.
- Molen und Hafenkanten – gut erreichbar, auch für Einsteiger.
- Bootsangeln – bringt dich an die besseren Stellen. Ein passendes Boot bekommst du beim Boot für die Angeltour mieten.
Ausrüstung für Einsteiger
Für den Start reichen eine Brandungs- oder Spinnrute, passende Rolle, Vorfächer, Blei und Köder. Wathose und wasserfeste Kleidung sind an der Küste empfehlenswert. Viele Angelgeschäfte vor Ort beraten und verleihen auch Ausrüstung.
Wo du an der Ostsee am besten Urlaub machst und welche Strände sich lohnen, liest du in unserem Ostsee-Urlaub mit Strand und Boot.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf man als Tourist an der Ostsee angeln?
Ja, mit dem Touristenfischereischein der Küstenländer ist das auch ohne klassische Fischerprüfung möglich. Eine zusätzliche Angelerlaubnis/Abgabe ist meist nötig.
Was kostet ein Angelschein an der Ostsee?
Der Touristenfischereischein kostet je nach Land und Dauer grob 10 bis 25 Euro. Die genauen Gebühren stehen auf den offiziellen Landesseiten.
Welche Fische kann man in der Ostsee fangen?
Typisch sind Dorsch, Hering, Hecht, Meerforelle und Plattfische. Beim Dorsch gelten strenge Fangbeschränkungen.
Wann ist Schonzeit an der Ostsee?
Die Schonzeiten unterscheiden sich je Art und Bundesland. Sie liegen meist in der Laichzeit der jeweiligen Fischart und stehen in den Küstenfischereiverordnungen.

