August und September sind die üppigsten Monate des Jahres: Die Ernte ist reif, die Preise niedrig, und auf dem Markt stapelt sich alles. Genau jetzt lohnt es sich, Obst und Gemüse einzumachen und ein Stück Sommer für den Winter zu konservieren. Die Methoden sind einfacher, als viele denken. Hier der Überblick.
Warum sich Einmachen lohnt
Drei gute Gründe: Es ist günstig, weil Saisonware zur Erntezeit am billigsten ist. Es ist nachhaltig, weil nichts verdirbt und weggeworfen wird. Und es schmeckt schlicht besser als Gekauftes – du bestimmst Zucker, Salz und Gewürze selbst. Wo du frische Ware am günstigsten bekommst, steht unter clever auf dem Wochenmarkt einkaufen.
Was jetzt Saison hat
| Monat | Obst | Gemüse |
|---|---|---|
| August | Pflaumen, Mirabellen, Brombeeren, Pfirsiche, erste Äpfel | Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen, Paprika |
| September | Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Trauben, Holunder | Kürbis, Rote Bete, Kohl, Karotten, Mais |
| Oktober | Äpfel, Quitten, Nüsse | Kürbis, Weißkohl, Lauch, Pastinaken |
Die drei wichtigsten Methoden
1. Einkochen (Einwecken)
Der Klassiker für Obst, Marmelade und Gemüse. Das Prinzip: Das Füllgut kommt heiß in saubere Gläser, die dann im Ofen oder Topf erhitzt werden. Beim Abkühlen entsteht ein Unterdruck, der Deckel zieht sich fest – das Glas ist luftdicht verschlossen. Haltbarkeit: bei sauberem Arbeiten viele Monate bis über ein Jahr.
2. Einlegen
In Essig, Öl oder Salzlake. Klassiker sind eingelegte Gurken, Rote Bete, Paprika oder Zwiebeln. Der Säuregehalt konserviert. Öl eignet sich für getrocknete Tomaten oder gegrilltes Gemüse – hier ist besondere Sorgfalt nötig, weil unter Öl luftfreie Bedingungen entstehen.
3. Fermentieren
Die älteste Methode, gerade wieder groß im Kommen: Gemüse wird mit Salz in einer Lake vergoren, Milchsäurebakterien übernehmen die Konservierung. Sauerkraut und Kimchi sind die bekanntesten Vertreter. Fermentiertes gilt als besonders bekömmlich.
Hygiene: der wichtigste Punkt
Beim Konservieren entscheidet Sauberkeit über Erfolg oder Verderb. Die Grundregeln:
- Gläser und Deckel sterilisieren: auskochen oder im Backofen bei etwa 120 °C ausheizen.
- Nur einwandfreie Ware verwenden: keine faulen oder schimmligen Stellen – wegschneiden reicht bei Schimmel nicht.
- Randlos sauber arbeiten: Glasränder vor dem Verschließen abwischen.
- Beschriften: Inhalt und Datum auf jedes Glas.
- Kühl und dunkel lagern: Keller oder Vorratsschrank statt Fensterbank.
Ein wichtiger Sicherheitshinweis
Bei eiweißreichem und säurearmem Gemüse (etwa Bohnen, Erbsen, Mais, Pilze) besteht bei unsachgemäßem Einkochen ein Risiko für Botulismus – eine seltene, aber ernste Lebensmittelvergiftung. Solche Lebensmittel benötigen besonders hohe Temperaturen und lange Einkochzeiten, oder sie werden besser eingefroren. Halte dich hier strikt an bewährte Rezeptangaben. Faustregel: Gläser, die sich gewölbt haben, aus denen es beim Öffnen zischt oder die unangenehm riechen, gehören ungeöffnet in den Müll – nicht probieren.
Einfrieren als unkomplizierte Alternative
Nicht alles muss eingekocht werden. Beeren, Bohnen, Erbsen und viele Gemüsesorten lassen sich hervorragend einfrieren – bei den meisten Gemüsesorten empfiehlt sich vorheriges Blanchieren (kurz in kochendes Wasser, dann in Eiswasser). Das erhält Farbe, Konsistenz und Vitamine.
Was du damit anfängst
Eingemachtes ist perfekt für die Vorratsküche: Selbstgemachte Tomatensauce, eingelegtes Gemüse und Kompott machen das Kochen unter der Woche schneller. Wie du daraus ein System machst, steht im Ratgeber Meal Prep für Berufstätige. Und für unterwegs sind selbst eingelegte Snacks eine gute Ergänzung zum Picknick.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kann man im Spätsommer einmachen?
Im August vor allem Pflaumen, Beeren, Tomaten, Gurken und Zucchini, im September Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kürbis und Kohl.
Wie lange hält Eingemachtes?
Bei sauberem Arbeiten und kühler, dunkler Lagerung viele Monate bis über ein Jahr. Entscheidend sind sterilisierte Gläser und ein dichter Verschluss.
Was ist der Unterschied zwischen Einkochen und Fermentieren?
Beim Einkochen konserviert Hitze, beim Fermentieren übernehmen Milchsäurebakterien die Arbeit. Fermentiertes wie Sauerkraut gilt als besonders bekömmlich.
Woran erkenne ich, dass Eingemachtes verdorben ist?
An gewölbten Deckeln, zischendem Geräusch beim Öffnen, trüber Lake oder unangenehmem Geruch. Solche Gläser gehören ungeöffnet in den Müll.
Hinweis: allgemeine Informationen, keine lebensmittelrechtliche Beratung. Bei säurearmem Gemüse unbedingt bewährte Rezeptangaben zu Temperatur und Zeit einhalten.

