Einmal im Jahr zieht der Zoll die Kfz-Steuer ein – aber wie sie zustande kommt, verstehen die wenigsten. Dabei lohnt sich der Blick: Wer die Berechnung kennt, versteht seinen Bescheid und trifft beim nächsten Autokauf die klügere Entscheidung. Und für Elektroautos gibt es 2026 eine wichtige Neuigkeit. Hier die Erklärung.
Wonach sich die Kfz-Steuer richtet
Seit 2009 ist die Kfz-Steuer für Pkw an zwei Faktoren gekoppelt: den Hubraum und den CO2-Ausstoß. Die Grundidee: Klimaschädliche Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß werden höher besteuert, sparsame niedriger. Zuständig für den Einzug ist seit 2014 der Zoll (Hauptzollamt), nicht mehr das Finanzamt. Abgebucht wird per SEPA-Lastschrift.
Die Hubraum-Komponente
Der Grundbetrag richtet sich nach dem Hubraum – und hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Benziner und Diesel:
- Benziner: 2,00 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum
- Diesel: 9,50 Euro je angefangene 100 ccm Hubraum
Der höhere Dieselsatz kompensiert den steuerlich günstigeren Dieselkraftstoff. Ein Diesel ist bei der Kfz-Steuer also deutlich teurer, dafür an der Tankstelle oft günstiger.
Die CO2-Komponente
Zusätzlich zum Hubraum wird der CO2-Ausstoß besteuert – aber erst oberhalb eines Freibetrags von 95 Gramm pro Kilometer. Alles darüber wird progressiv gestaffelt mit 2,00 bis 4,00 Euro je Gramm: Je höher der Ausstoß, desto teurer wird jedes weitere Gramm. Das macht Vielverbraucher besonders teuer.
Ein Rechenbeispiel
Ein VW Golf 1.5 TSI (Benziner) mit 1.498 ccm und 119 g/km CO2 zahlt 2026 rund 79 Euro pro Jahr. Die Rechnung dahinter: 15 angefangene Hubraum-Einheiten × 2 Euro = 30 Euro Hubraumsteuer, plus die CO2-Komponente für die 24 Gramm oberhalb des Freibetrags von 95 g/km.
| Antrieb | Hubraumsatz | CO2-Freibetrag | CO2-Satz |
|---|---|---|---|
| Benziner | 2,00 € / 100 ccm | 95 g/km | 2,00–4,00 € / g |
| Diesel | 9,50 € / 100 ccm | 95 g/km | 2,00–4,00 € / g |
| Elektro (BEV) | steuerbefreit (siehe unten) | ||
Elektroautos: Befreiung bis 2035 verlängert
Das ist die wichtigste Neuigkeit. Reine Elektrofahrzeuge (BEV) mit Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 sind für zehn Jahre ab Erstzulassung komplett von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Der Bundestag hat diese Verlängerung am 4. Dezember 2025 beschlossen (8. KraftStGÄndG, § 3d KraftStG) und den ursprünglichen Stichtag um fünf Jahre nach hinten geschoben. Ein Anfang 2026 zugelassenes E-Auto fährt also fast zehn Jahre steuerfrei.
Wichtig: Die Befreiung wird bei einem Halterwechsel weitergegeben – bis zum Ablauf der zehn Jahre oder bis Ende 2035. Nach Ende der Befreiung greift ein ermäßigter, gewichtsabhängiger Satz. Und: Nur reine Elektroautos profitieren. Hybride und Plug-in-Hybride gelten steuerlich als Verbrenner und werden nach Hubraum und CO2 besteuert.
Wer noch von der Steuer befreit ist
Neben E-Autos gibt es weitere Befreiungen und Ermäßigungen:
- Menschen mit Schwerbehinderung: je nach Merkzeichen im Ausweis ganz oder zur Hälfte befreit.
- Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge unter bestimmten Voraussetzungen.
- Oldtimer mit H-Kennzeichen: zahlen einen günstigen Pauschalbetrag.
Was du tun kannst
- Bescheid prüfen: Die relevanten Werte (Hubraum, CO2) stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I.
- Vor dem Autokauf rechnen: Bei Verbrennern lohnt der Blick auf den CO2-Wert – er treibt die Steuer.
- E-Auto erwägen: Die Steuerbefreiung ist ein handfester Kostenvorteil über viele Jahre.
Welche weiteren Regeln 2026 für Autofahrer gelten – vom Auslaufen des Tankrabatts bis zu neuen Bußgeldern – liest du im Überblick Das ändert sich zum 1. Juli 2026. Und wann dein Auto zur Hauptuntersuchung muss, erklären wir unter TÜV und Hauptuntersuchung 2026.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie wird die Kfz-Steuer 2026 berechnet?
Aus zwei Teilen: dem Hubraum (2 Euro je 100 ccm beim Benziner, 9,50 Euro beim Diesel) und dem CO2-Ausstoß oberhalb von 95 g/km (2 bis 4 Euro je Gramm, progressiv).
Sind Elektroautos 2026 steuerfrei?
Ja. Reine E-Autos mit Erstzulassung bis Ende 2030 sind zehn Jahre lang steuerbefreit, längstens bis Ende 2035. Hybride sind davon ausgenommen.
Zahlt man für einen Diesel mehr Kfz-Steuer?
Ja, der Hubraumsatz beim Diesel liegt bei 9,50 Euro je 100 ccm gegenüber 2 Euro beim Benziner. Dafür ist der Kraftstoff an der Tankstelle meist günstiger.
Wer zieht die Kfz-Steuer ein?
Seit 2014 der Zoll (Hauptzollamt), per SEPA-Lastschrift.
Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Steuerberatung. Für die genaue Berechnung dienen die Werte in der Zulassungsbescheinigung.

