Wenn sich der Arzttermin länger hinzieht als erwartet, gibt es dennoch Möglichkeiten, den Prozess deutlich zu beschleunigen. Lange Wartezeiten auf Facharzttermine sind in Deutschland ein bekanntes Problem, das viele Patientinnen und Patienten betrifft. Aus diesem Grund befassen sich Politik und Gesundheitsorganisationen zunehmend mit konkreten Lösungen. Ziel ist es, den Zugang zur medizinischen Versorgung schneller und transparenter zu gestalten. Künftig sollen Betroffene weniger Zeit mit Warten verbringen und schneller die notwendige Behandlung erhalten.
Für viele Menschen ist es Alltag, mehrere Wochen oder sogar Monate auf einen Termin bei einem Facharzt zu warten. Besonders schwierig wird es, wenn man versucht, einen Termin ausschließlich über die Arztpraxis selbst zu vereinbaren. Diese Situation sorgt nicht nur für Frust, sondern kann auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Deshalb gewinnen alternative Wege der Terminvergabe immer mehr an Bedeutung. Wer diese Möglichkeiten kennt, kann Wartezeiten deutlich verkürzen.
Vier-Wochen-Garantie und die Nummer 116 117
In Deutschland wird derzeit über eine feste Garantie für Facharzttermine diskutiert, die eine Wartezeit von maximal vier Wochen vorsieht. Die Politik hat erkannt, dass die bisherigen Wartezeiten für viele Patientinnen und Patienten unzumutbar sind. Die Bundesregierung plant, ein verbindliches System einzuführen, das einen schnelleren Zugang zu Fachärzten sicherstellen soll. Vor allem bei dringenden medizinischen Anliegen könnte diese Regelung eine spürbare Entlastung bringen. Die konkrete Umsetzung wird noch beraten, doch die Richtung der Reform ist klar.
Bereits jetzt steht Patientinnen und Patienten mit der Rufnummer 116 117 ein zentrales Instrument zur Verfügung. Über diesen Service vermittelt die Terminservicestelle bundesweit Termine bei Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten. Seit 2019 sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, ihre freien Kapazitäten zu melden, wodurch kurzfristige Termine leichter gefunden werden können. Ein Nachteil besteht darin, dass man den Arzt nicht frei wählen kann, sondern den nächstmöglichen Termin erhält. Dennoch ist dieser Weg häufig der schnellste.
Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung erklärt, ist eine Terminvermittlung über 116 117 bei Hausärzten, Augenärzten, Gynäkologen und Kinderärzten auch ohne Überweisung möglich. Gleiches gilt für Erstgespräche bei Psychotherapeuten. Für andere Fachrichtungen wird in der Regel ein Überweisungscode benötigt, den der behandelnde Arzt bei medizinischer Dringlichkeit ausstellt. Dieses Verfahren dient dazu, besonders eilige Fälle zu priorisieren. Daher lohnt es sich, vorab zu klären, ob ein solcher Code erforderlich ist.
Neben dem Telefon ist die Terminservicestelle auch online und per App erreichbar. Das ist besonders praktisch für Menschen, die digitale Angebote bevorzugen oder außerhalb der üblichen Zeiten einen Termin suchen. Zusätzlich bieten viele Praxen feste offene Sprechstunden ohne vorherige Anmeldung an. Auch Videosprechstunden werden immer häufiger genutzt und ermöglichen eine Beratung ohne Praxisbesuch. Darüber hinaus existieren Online-Portale zur Terminbuchung, auf denen kurzfristige Termine verfügbar sein können, wobei einige Leistungen trotz gesetzlicher Krankenversicherung privat zu zahlen sind.
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