Eine Osteopathin erklärte, dass eine einfache Übung ein wirksames Instrument sein kann, um den Körper im Alter zu schützen und Steifheit durch langes Sitzen zu reduzieren. Regelmäßig ausgeführte tiefe Kniebeugen helfen dabei, Beweglichkeit, Flexibilität und Stabilität zu erhalten, selbst wenn man den Großteil des Tages am Schreibtisch verbringt. Die Bewegung erfordert weder spezielle Geräte noch den Besuch eines Fitnessstudios, kann aber bei konsequenter Anwendung spürbare Ergebnisse liefern.
Langes Sitzen wirkt sich negativ auf die Muskeln in Hüften, Gesäß und unterem Rücken aus. Durch die geringe Aktivität verbleiben die Muskeln über längere Zeit in einer verkürzten Position, was allmählich zu Verspannungen und eingeschränkter Bewegungsamplitude führt. Zudem verschlechtert sich die Durchblutung, während eine ungünstige Körperhaltung zusätzlichen Druck auf Nacken, Schultern und Wirbelsäule ausübt. Diese Faktoren tragen gemeinsam zu einem Gefühl der Steifheit bei, das sich langfristig zu chronischen Beschwerden entwickeln kann.
Die Expertin betont, dass es nicht notwendig ist, komplexe Trainingsprogramme zu absolvieren, um die Beweglichkeit zu verbessern. Es reicht aus, tiefe Kniebeugen in den Alltag zu integrieren. Diese Übung beansprucht mehrere große Muskelgruppen gleichzeitig – darunter Gesäßmuskulatur, hintere Oberschenkelmuskeln, Quadrizeps und die Rumpfmuskulatur. Bei korrekter Ausführung kann sie außerdem die Flexibilität der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke fördern.
Die Technik ist einfach und für viele Menschen zugänglich. Die Füße sollten etwas breiter als hüftbreit auf dem Boden stehen, mit gleichmäßigem Druck auf den gesamten Fuß. Die Fersen bleiben am Boden, während der Brustkorb aufrecht gehalten wird. Anschließend senkt man den Körper kontrolliert in eine möglichst komfortable Tiefe ab, ähnlich wie beim Hinsetzen. Bei Bedarf kann man sich an einem Stuhl oder einer anderen stabilen Oberfläche festhalten. Danach drückt man sich über die Beine wieder in die stehende Position zurück. Empfohlen wird, die Übung drei- bis fünfmal täglich zu wiederholen.
Anfänger sollten sich schrittweise an die tiefe Kniebeuge herantasten, insbesondere wenn die Hüften sehr angespannt sind oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Zunächst kann eine weniger tiefe Variante gewählt und die untere Position nur für wenige Sekunden gehalten werden. Mit zunehmender Gewöhnung an die Bewegung lässt sich sowohl die Tiefe als auch die Haltezeit allmählich steigern. Wichtig ist, keine Schmerzen zu ignorieren und die Gelenke nicht zu überlasten. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine Fachperson konsultiert werden.
Tiefe Kniebeugen zählen zu den funktionellen Übungen, da sie alltägliche Bewegungsmuster widerspiegeln, etwa das Hinsetzen auf einen Stuhl, das Treppensteigen oder das Aufheben eines Gegenstands vom Boden. Gerade mit zunehmendem Alter ist es entscheidend, solche grundlegenden Bewegungen regelmäßig zu trainieren, um Mobilität und Selbstständigkeit zu erhalten. Die Übung unterstützt die Bildung von Gelenkflüssigkeit, verbessert das Gleichgewicht und stärkt die untere Körpermuskulatur. Dadurch kann sie langfristig zu mehr Stabilität und einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit beitragen.
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