In Baden-Württemberg geht die saisonale Grippewelle allmählich zurück, auch wenn das Gesundheitssystem noch nicht vollständig zum normalen Betrieb zurückgekehrt ist. In den vergangenen Wochen arbeiteten Krankenhäuser, Hausarztpraxen und Apotheken unter erhöhter Belastung, da zahlreiche Patientinnen und Patienten mit grippeähnlichen Symptomen versorgt werden mussten. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes wurde der Höhepunkt der Infektionswelle jedoch bereits erreicht. Laut Christina Wagner-Wiening fiel der Peak auf die zweite Kalenderwoche dieses Jahres. In diesem Zeitraum wurden rund 3.075 Grippefälle gemeldet.
Seit Jahresbeginn wurden in der Region insgesamt etwa 20.000 bestätigte Influenzafälle registriert. In den vergangenen zwei Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen jedoch deutlich gesunken. Auch das bundesweite Infektionsradar des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt einen Rückgang sowohl der Grippe- als auch der Coronavirus-Belastung im Abwasser. Hausärztinnen und Hausärzte berichten ebenfalls von einer spürbaren Entlastung in ihren Praxen. Die Wartezimmer seien nicht mehr so stark überfüllt wie noch vor ein bis zwei Wochen.
Nach den Winterferien wurde zunächst ein leichter Anstieg der Fallzahlen beobachtet. Fachleute führen dies auf mehrere Faktoren zurück. Während der Feiertage blieben viele Arztpraxen geschlossen, sodass weniger Diagnosen offiziell erfasst wurden. Mit der Wiedereröffnung der Praxen stiegen die registrierten Zahlen entsprechend an. Zusätzlich spielten größere Veranstaltungen wie Karnevalsfeiern eine Rolle, bei denen das Infektionsrisiko naturgemäß höher ist.
Experten betonen, dass die offiziellen Statistiken ausschließlich laborbestätigte Fälle erfassen. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte daher deutlich höher liegen. Die Grippesaison 2025/2026 begann früher als in den Vorjahren. Mediziner bringen dies unter anderem mit ungünstigen Wetterbedingungen im Frühherbst in Verbindung. Wenn sich Menschen vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten und weniger gelüftet wird, verlangsamt sich der Luftaustausch, was die Ausbreitung von Viren begünstigt.
Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren verläuft die aktuelle Grippewelle insgesamt milder. Fachleute nennen dafür mehrere mögliche Gründe, darunter das Immunitätsniveau in der Bevölkerung sowie die Impfbereitschaft. In dieser Saison hätten sich mehr Patientinnen und Patienten impfen lassen als zuvor. Allerdings dauert es etwa zwei Wochen, bis sich nach einer Impfung ein ausreichender Immunschutz aufbaut. Gegen Ende der Saison ist eine Impfung daher nur noch eingeschränkt sinnvoll. Empfohlen wird die Grippeschutzimpfung üblicherweise ab Oktober oder November.
Zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos raten Ärztinnen und Ärzte zu grundlegenden Hygienemaßnahmen. Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen und das Meiden enger Kontakte mit erkrankten Personen. In Zeiten erhöhter Viruszirkulation kann das Tragen einer Maske in größeren Menschenansammlungen sinnvoll sein. Ebenso wichtig ist das regelmäßige Lüften von Innenräumen, um die Viruskonzentration in der Luft zu senken. Darüber hinaus wird empfohlen, sich regelmäßig im Freien aufzuhalten und ausreichend Sonnenlicht zu nutzen, da dies die Bildung von Vitamin D unterstützt, das eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt.
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