Der Nordosten Deutschlands ist von einer deutlichen Verschlechterung der Wetterlage betroffen. Sinkende Temperaturen, Schneefall und gefrierender Regen haben zu gefährlichen Straßenverhältnissen und massiven Störungen im Verkehr geführt. Am Donnerstagmorgen waren Straßen und Gehwege in Berlin und anderen Städten spiegelglatt, was das Unfallrisiko deutlich erhöhte. Trotz amtlicher Warnungen waren vereinzelt Menschen unterwegs, darunter auch Radfahrer. Zusätzlich kam es zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr sowie zu Schulschließungen in mehreren Regionen.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen in der Hauptstadtregion. Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) hat alle morgendlichen Abflüge gestrichen, da eine Enteisung der Flugzeuge derzeit nicht möglich ist. Wie Flughafenvertreter mitteilten, sind Landungen zwar erlaubt, Passagiere müssen jedoch mit erheblichen Verspätungen und weiteren Flugausfällen rechnen. Straßen und Bürgersteige in Berlin sind von einer dicken Eisschicht bedeckt, die Einsatzkräfte arbeiten im Dauereinsatz.
Auch der Bahnverkehr ist betroffen. Auf Fernverkehrsstrecken der Deutschen Bahn zwischen Hannover und Berlin kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. Innerhalb Berlins mussten Züge ihre Geschwindigkeit wegen des Eisregens deutlich reduzieren. Nach Angaben des Unternehmens ist die Lage angespannt, jedoch weniger kritisch als am Vortag.
In Sachsen ist die Situation besonders angespannt. Allein in der Osthälfte des Bundeslandes wurden am Morgen mehr als 30 Verkehrsunfälle registriert, die auf Glätte zurückzuführen sind. Die Polizei berichtet, dass vor allem der Landkreis Bautzen stark betroffen ist. In Niedersachsen sowie in mehreren nördlichen Regionen blieben Schulen erneut geschlossen, da ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet werden kann.
Der Wetterexperte Dominik Jung warnte gegenüber der BILD, dass sich ein großflächiges Niederschlagsgebiet von Sachsen über Berlin bis nach Mecklenburg-Vorpommern erstreckt. Vor allem gefrierender Regen stelle im Osten eine erhebliche Gefahr dar. Eine von der Zeitung veröffentlichte Glatteiskarte zeigt für diese Regionen ein besonders hohes Risiko.
Auch der Deutsche Wetterdienst warnt vor gefährlicher Glätte im Nordosten, darunter in Mecklenburg-Vorpommern und auf Usedom. Temperaturen zwischen minus drei und null Grad begünstigen die Bildung von Eis auf Straßen und Wegen. Laut wetter.net könnte sich die Lage im Laufe des Nachmittags etwas entspannen, doch zum Wochenende wird erneut mit einem Kälteeinbruch aus Osten gerechnet. Währenddessen bleibt es im Westen Deutschlands weiterhin ungewöhnlich mild und fast frühlingshaft.

