Deutschland beginnt die Woche mit einer deutlichen Wetterverschlechterung. Stand 26. Januar 2026, 10:45 Uhr, sorgen Eisregen und Schneefälle in mehreren Regionen für Probleme, besonders im Süden und im Nordosten. In einzelnen Gebieten wurde der Präsenzunterricht abgesagt, und die Verkehrsdienste melden mehr Zwischenfälle. Auch auf Bundesebene gab es Auswirkungen: Die Reise von Außenminister Johann Wadephul wurde verschoben. Polizei und Wetterdienste warnen vor einem erhöhten Unfallrisiko.
- Wetterlage im Überblick und erhöhte Gefahr auf den Straßen
- Baden-Württemberg: Unfälle und Probleme auf der A8
- Bayern: Schulschließungen, Verkehrsprobleme und geschlossene Zoos
- Ostdeutschland: extreme Glätte und Einschränkungen im Busverkehr
- Norden: Schnee, „Blitzeis“ und Straßensperrungen
- Bahn und Nahverkehr: Verspätungen, Ausfälle und technische Probleme
- Verschobene Reise des Außenministers und Ausblick auf die nächsten Stunden
Wetterlage im Überblick und erhöhte Gefahr auf den Straßen
Starker Schneefall und Eisregen haben seit den frühen Morgenstunden den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands beeinträchtigt. Niederschlag auf gefrorenem Boden verwandelte Straßen und Gehwege mancherorts in gefährlich glatte Flächen. Die Polizei berichtet von zahlreichen Unfällen, meist mit Sachschäden, und ruft dazu auf, langsamer zu fahren und unnötige Fahrten zu vermeiden. Kommunale Dienste und Straßenmeistereien arbeiten im усилтen Modus, kommen wegen der Intensität der Niederschläge jedoch nicht überall schnell genug voran. Erschwerend ist, dass je nach Region entweder Schnee fällt oder Eisregen rasch eine feste Eisschicht bildet.
Baden-Württemberg: Unfälle und Probleme auf der A8
Besonders stark betroffen ist Baden-Württemberg im Südwesten. Neuschnee und Glätte führten in der Nacht zu chaotischen Zuständen, obwohl der Deutsche Wetterdienst einige Warnungen gegen 2 Uhr aufgehoben hatte. Ein Schwerpunkt war die Autobahn A8: Zwischen Aichelberg und Mühlhausen wurde die Fahrtrichtung München nach mehreren Unfällen zeitweise gesperrt, und ein Lkw-Fahrverbot bleibt in Kraft. Zur Räumung und Unterstützung wurde das Technische Hilfswerk (THW) eingesetzt, während die Polizei landesweit Dutzende Einsätze registrierte. Zudem gab es Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und am Flughafen Stuttgart, was zu Ausfällen und Verspätungen führte.
Bayern: Schulschließungen, Verkehrsprobleme und geschlossene Zoos
In Bayern verursachen Schnee und Eis ebenfalls erhebliche Einschränkungen. In Unterfranken und Teilen Mittelfrankens wurde der Präsenzunterricht abgesagt, weil Räumdienste die Schneemengen nicht überall bewältigen können. Lokal sind bereits bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, und weiterer Schneefall ist möglich. In Würzburg wurde am Morgen der Tram- und Busverkehr vorübergehend eingestellt, nahe Nürnberg verlor ein Autofahrer auf glatter Straße die Kontrolle und prallte in die Einfriedung am Kirchenbereich, wobei er leicht verletzt wurde. Zusätzlich wurden Einrichtungen für Besucher geschlossen: Der Tiergarten Nürnberg und der Zoo Augsburg bleiben heute zu, da die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann.
Ostdeutschland: extreme Glätte und Einschränkungen im Busverkehr
Im Osten Deutschlands, unter anderem in Thüringen, wird besonders gefährliche Glätte gemeldet. Rettungskräfte wurden mehrfach alarmiert, und allein am Sonntagabend kam es auf Autobahnen zu rund 30 Unfällen. Nach Angaben der Behörden legte sich frischer Schnee auf bereits vereiste Fahrbahnen und bildete eine harte „Eiskruste“, was die Haftung deutlich verschlechterte. In Erfurt registrierte die Polizei an diesem Abend 19 glättebedingte Unfälle. Wetterwarnungen gelten zudem für große Teile Mecklenburg-Vorpommerns, darunter Hinweise auf starken Glatteisregen und sehr rutschige Bedingungen im Osten. In den Städten Demmin, Malchin und Stavenhagen wurde der Busverkehr zeitweise eingestellt.
Norden: Schnee, „Blitzeis“ und Straßensperrungen
Auch im Norden bleiben die Winterrisiken hoch: In der Nacht fiel in vielen Gebieten Schnee, örtlich sind Niesel- oder Eisregen möglich. In Niedersachsen werden drei bis sechs Zentimeter Neuschnee erwartet, wobei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Gefahr von Blitzeis erhöhen. In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Celle wurden Schulen wegen Schnee und Glätte geschlossen, und die Bundesstraße B4 zwischen Lüneburg und Gifhorn war an zwei Stellen gesperrt. In Schleswig-Holstein werden Regen und Schneeregen bei Temperaturen um null Grad erwartet. Die Behörden warnen zudem eindringlich davor, gefrorene Flächen zu betreten, da Lebensgefahr bestehen kann.
Bahn und Nahverkehr: Verspätungen, Ausfälle und technische Probleme
Das Winterwetter beeinträchtigt auch den Schienenverkehr. Die Deutsche Bahn meldet Verspätungen und Ausfälle im Fernverkehr, unter anderem weil Weichen auf der Strecke Hannover–Uelzen–Hamburg durch Schnee blockiert und festgefroren sind. Arbeiter sind mit der Räumung beschäftigt, gleichzeitig gibt es Störungen auf der Linie Berlin–Hamburg. Im Südwesten, besonders im Raum Frankfurt und Stuttgart, kommt es weiterhin zu Einschränkungen, und Reisenden wird geraten, vorab Anschlüsse zu prüfen. In Berlin riefen Polizei und Stadtreinigung Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu besonderer Vorsicht auf. Zudem wurde der Straßenbahnverkehr zeitweise gestoppt, weil vereiste Oberleitungen den Betrieb behinderten und einige Bahnen stundenlang auf den Gleisen festsaßen.
Verschobene Reise des Außenministers und Ausblick auf die nächsten Stunden
Wegen des Eisregens gab es auch Anpassungen bei offiziellen Terminen. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass Außenminister Johann Wadephul kurzfristig seinen Abflug von Berlin nach Leipzig für eine eintägige Reise nach Lettland und Schweden verlegte. Er reiste mit dem Zug nach Leipzig, von wo aus ein Airbus der Bundeswehr starten sollte. Mit steigenden Temperaturen über null Grad könnte sich die Lage in einigen Regionen entspannen, allerdings bleibt das Risiko durch Restglätte und weitere Niederschläge bestehen. Wetterdienste und Einsatzkräfte rechnen weiterhin mit spürbaren Einschränkungen im Verkehr. In den nächsten Stunden wird deshalb weiterhin zu Vorsicht und angepasstem Verhalten geraten.
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