Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach erklärte, dass eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) das Risiko bestimmter Krebserkrankungen deutlich senken kann. Ihrer Aussage nach ist die Impfung ein wirksames Mittel der Prävention und kann einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisten. Anlass für ihren erneuten Appell ist der Welt-HPV-Tag am 4. März. Die Behörden lenken damit erneut den Blick auf die Notwendigkeit, die Impfquoten bei Jugendlichen zu erhöhen. Fachleute betonen, dass eine rechtzeitige Immunisierung schwere Folgen im späteren Leben verhindern kann.
Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums waren im Jahr 2024 in Bayern 56 Prozent der 18-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft, bei den gleichaltrigen Jungen lag der Anteil bei 26 Prozent. Zwar seien die Zahlen in den vergangenen Jahren langsam gestiegen, doch liege die Impfquote weiterhin deutlich unter dem Zielwert. Für einen wirksamen Bevölkerungsschutz wird ein Anteil von 90 Prozent als notwendig genannt. Experten weisen darauf hin, dass das bisherige Tempo nicht ausreicht, um dieses Niveau kurzfristig zu erreichen. Deshalb setzen die Verantwortlichen weiterhin auf Aufklärung und Informationskampagnen.
Gerlach unterstrich, dass die verfügbaren HPV-Impfstoffe eine nahezu vollständige Schutzwirkung gegen jene Virustypen bieten können, die später Krebs auslösen. Dazu zählen insbesondere Gebärmutterhalskrebs sowie bösartige Tumoren im Mundraum und im Genitalbereich. In Bayern werden nach offiziellen Angaben jährlich fast 700 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs registriert, zudem sterben rund 200 Frauen pro Jahr daran. Mediziner erinnern daran, dass eine HPV-Infektion häufig unbemerkt bleibt und deshalb selten früh erkannt wird. Umso wichtiger sei es, Mädchen und Jungen frühzeitig zu schützen.
Fachleute erklären, dass HPV vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen wird. Daher sollte die Impfung möglichst vor dem Beginn sexueller Aktivitäten erfolgen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass der beste Schutz erreicht wird, wenn die Immunisierung vor einem möglichen ersten Kontakt mit den Viren stattfindet. Ärztinnen und Ärzte betonen, dass eine Impfung im Jugendalter das Risiko späterer Krebserkrankungen deutlich verringern kann.

